
Organisierter Skiraum - Kennzeichnung und Hinweise
Skipiste ist eine allgemein zugängliche, zur Abfahrt mit Ski vorgesehene und geeignete Strecke, die markiert, kontrolliert und zur Vermeidung von atypischen Gefahren insbesondere Lawinengefahr, gesichert ist und präpariert wird.
Skipisten sind nach Schwierigkeitsgraden in drei Klassen eingestuft. Der Ski- oder Snowboardfahrer soll dadurch vor dem Start zu einer Abfahrt die Möglichkeit haben die Anforderungen zu erkennen, die an ihn gestellt werden.
Die Einstufung richtet sich nach folgenden Werten:
Leichte Piste: blau, mit Längs- und Quergefälle bis zu 25%
Mittelschwierige Piste: rot, mit Längs- und Quergefälle bis zu 40%
Schwierige Piste: schwarz, mit Neigungen über 40%
Der Ski- und Snowboardfahrer sollte nur jene Piste benützen, die auch seinem Können entspricht.
Die Markierung der Pisten erfolgt meist in der Mitte der Abfahrt. In Waldschneisen, bei Engstellen, Skiwegen, Abfahrten oberhalb der Waldgrenze und insbesondere auf Gletschern erfolgt die Markierung seitlich und wird teilweise auch durch eine Pistenrandkennzeichnung ergänzt.
Daneben gibt es noch andere Formen der Pistenrandkennzeichnung wie Kugeln, Stangenreihen, Fähnchenketten, Bänder, Absperr- und Sicherheitsnetze.
Wegen der erhöhten Gefahren am Pistenrand sollte der Ski- und Snowboardfahrer hier besondere Vorsicht walten lassen. Gefahren – und Hinweiszeichen sind für den Ski- und Snowboardfahrer eine wichtige Information zur Vermeidung von Unfällen.
Skiroute ist eine allgemein zugängliche, zur Abfahrt mit Ski vorgesehene und geeignete Strecke, die markiert und zur Vermeidung der Lawinengefahr gesperrt, aber weder präpariert noch kontrolliert wird. Skirouten sind für den geübten Ski- und Snowboardfahrer bestimmt.
Freier Skiraum – Kennzeichen und Hinweise
Alles, was nicht als Skipiste oder Skiroute gewidmet ist, ist freier Skiraum. Er ist weder markiert noch präpariert, nicht kontrolliert und auch nicht gesichert. Der Ski- oder Snowboardfahrer muss sich bewusst sein, dass er sich auf eigenes Risiko in Gefahr begibt, wenn er die markierten Abfahrten verlässt. Seilbahn- und Liftunternehmungen weisen an Einfahrten zu besonders häufig befahrenen Varianten durch eine besondere Hinweistafel darauf hin, dass die Variantenfahrer das gesicherte Skigebiet verlassen und nun selbst auf die alpinen Gefahren (Lawinen-, Absturzgefahr etc.) zu achten haben.
Diese Hinweistafeln zeigen deutlich die Grenze zwischen gesicherter Skipiste und dem freien, nicht gesicherten Skiraum (Variantenbereich) an.
Die in Österreich seit langem in Gebrauch befindliche „Lawinenhand“ dient zur Warnung vor Lawinengefahr im freien Gelände. Diese Warntafeln stehen aber nicht nur bei Einfahrten in Varianten, sondern auch dort, wo örtliche Lawinengefahr den gesamten Winter über bestehen kann. Zur Beurteilung der Lawinengefahr hilft der Lawinenlagebericht. Europaweit werden von den Lawinenwarndiensten einheitlich fünf Gefahrenstufen verwendet und interpretiert.
Bei der Fahrt hinaus ins ungesicherte Tiefschneegelände sind folgende Punkte zu beachten:
1.Führe die notwendige Standardausrüstung, wie VS-Gerät, Lawinenschaufel und Sonde, mit. Damit ist rasche Kameradenhilfe möglich.
2.Lawineninformation unter Telefon-Tonband Nr. 15 88 (mit Vorwahl der jeweiligen Hauptstadt).
3.Befahre Nordhänge (Schattenhänge), die steiler als 30° sind, grundsätzlich einzeln.
4.Sichere Rast- oder Haltepunkte sind Gratrücken oder Felsvorsprünge.
5.Triebschneeablagerungen(Windverfrachtungen) sind 1 bis 2 Tage nach einer intensiven Schneefallperiode erhöht störanfällig.
6.Zeichen für große Schneebrettgefahr sind „Wumm-Geräusche“, sichtbare Rissbildungen und frische Lawinenabgänge in gleichgerichteten Hängen.
7.Bei schlechten Sicht- und Wetterverhältnissen kann es zu Fehlbeurteilungen der Lawinensituation kommen.
8.In ständig stark verspurten Tiefschneehängen ist die Auslösewahrscheinlichkeit von Schneebrettlawinen geringer.
9.Die Risikobereitschaft kann durch Gruppendruck und Gruppendynamik zunehmen.
10.Mut zur Umkehr
Allgem. Information und Orientierungshilfe
Dem Ski- oder Snowboardfahrer wird mit Hilfe von Orientierungstafeln, Panoramakarten und Streckenplänen bereits an der Talstation das Gesamtangebot des erschlossenen Skiraums bekannt gegeben. Auf den Orientierungstafeln sind alle Pisten (nach Schwierigkeitsgrad) und Skirouten eingezeichnet. Auch wird hier und am Abfahrtsbeginn bekannt gegeben, ob eine Piste oder Route offen oder gesperrt ist.
Der Zeitpunkt der Schlusskontrolle auf den Pisten sowie der Betriebsschluss der Bahnen werden hier ebenfalls kundgemacht. Tritt im Skigebiet allgemeine Lawinengefahr der Gefahrenstufen 4 oder 5 (große bis sehr große Lawinengefahr) auf, so wird auf der Hauptorientierungstafel eine orange Lawinenwarnleuchte in Betrieb gesetzt. In diesem Fall sollte der Ski- oder Snowboardfahrer nur die geöffneten Skipisten und Skirouten benützen.
Bei Blinklicht große bis sehr große Lawinengefahr abseits der markierten und geöffneten Skipisten und Skirouten!
