Kurorte im Detail

Kurangebot in Österreich

Kur und Gesundheit in Österreich

Therme aus dem römischen Reich: Herculanum, Terme del Foro
Römische Therme

Baden in Heilwässer, Packungen mit Moorerde, Wassertreten und gesunde Ernährung wird in Österreichs Kurhotels angeboten. Kuren haben unterschiedliche Ansätze und Wirkungsweisen.

Dauer einer Kur:
So wie auch ein sportliches Training erst nach längerer Zeit zu bleibenden verbesserungen der körperlichen Leistungsfähigkeit führt, kann auch die Verbesserung von Körperfunktionen durch die Kur nicht in einem zu kurzen Zeitraum erfolgen.

Basierend auf kurärztliche Erfahrungen können bleibende Verbesserungen von gestörten Funktionen nach einer Kurdauer von mindestens 3 Wochen erzielt werden. Diese Verbesserungen halten dann aber auch über einen Zeitraum von einem halben bis zu einem ganzen Jahr an. 

Eine Besonderheit von Kuren stellt die Tatsache dar, dass die natürlichen Kurmittel wie Heilwässer und Heilmoor in Form von Bädern, Packungen etc. von außen her auf die Haut einwirken, wobei jedoch der Anspruch erhoben wird, dass durch diese Behandlungsart eine Veränderung von Organfunktionen im Körperinneren erzielt wird.

Dabei kommt der Tatsache Bedeutung zu, dass die Haut des Menschen nicht nur als äußere Hülle aufzufassen ist, sondern dass sie als das größte Organ des Organismus bezeichnet werden kann. In ihr sind eine überaus große Zahl von sogenannten Rezeptoren für mechanische, thermische und Schmerzreize gelegen, wobei deren Reizung über den Nervenweg in das Innere des Organismus übertragen wird. Die Anwendung der natürlichen Heilmittel während einer Kur erfolgen in einer derartigen Art und Weise, dass die Funktionen der inneren Organe so verändert werden, dass ein gesundheitlich erwünschte Effekt resultiert.

Einsatzmöglichkeiten:
Zu den traditionellen Heilanzeigen von Heilbädern und Kurorten zählen die vielfältigen chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie etwa der chronische Rheumatismus.

Weiters zählen dazu die Arthrosen, Spondylosen etc., die Folgen nach Verletzungen und Unfällen, chronische Störungen von Herz- und Kreislauf, die chronisch-entzündlichen Atemwegserkrankungen, chronische Erkrankungen von Magen- und Darm, sowie Stoffwechselstörungen, aber vor allem auch die Folgen unserer modernen Lebenweise, die durch einseitige Überlastungen, Stress, Bewegungsmangel und falsche Ernährung gekennzeichnet ist. 

 

Ziele der Kurbehandlung:
Die Ordnungskräfte des Organismus werden entfaltet:

  • durch Entlastung von der Arbeit und des Herauslösens aus dem oft konfliktträchtigen Alltag (Finden von Gleichgewicht durch Entlastung)
  • durch Harmonisierung des Tagesablaufes: Anspannung-Entspannung-Nahrungsaufnahme und Schlaf
  • durch gesunde Ernährung
  • durch Bewegung oder Ruhe entsprechend den Anforderungen im Alltag
  • durch Muße als Grundlage innerer Lebensordnung
  • durch Meiden und Einschränken von Alltagsdrogen
  • durch Ausschaltung von schädlichen Klimabedingungen


Methoden der Kurtherapie:

  • Therapien mit Kurwasser (Bäder- und Trinkkuren)
  • Klimabehandlung durch besondere Klimafaktoren am Kurort
  • Kneipptherapie
  • Bewegungstherapie
  • physikalische Therapien wie Hydro-, Thermo- Elektro- und Inhalationstherapie, sowie Massagen und Licht- und Strahlenbehandlungen.
  • Gesunde Ernährung und Diäten
  • verschiedene Entspannungstherapien
  • psychomentale Gesundheitsbildung

Natürliche Heilmittel des Bodens:

a) Mineral-Thermal-Heilwasser:

Temperatur, Druck, Auftrieb und Viskosität des Wassers wirken auf physikalische Art. Die Inhaltsstoffe des Wassers wirken chemisch also pharmakologisch.

Sole, Jod, Schwefel, Radon und Kohlendioxid sind die wirksamen Stoffe.

Sole (mindestens 1,4 % NaCl) verstärkt den Auftrieb. In Dosierungen ab 2 - 6 % verliert die Haut Flüssigkeit und die Hornschicht beginnt sich abzuschuppen.

Auch wird die Hornschicht transparenter, was für eine gleichzeitige UV-Behandlung von Vorteil ist (z.B. bei Psoriasis vulgaris).

Jod verbessert die Hautdurchblutung und vermindert den arteriellen Bluthochdruck.

Reduzierter Schwefel erweitert die Hautgefäße, zerstört freie Sauerstoffradikale, verstärkt die Vasomotion, beeinflusst die Thermoindifferenz und wirkt positiv auf das Immunsystem. Schwefelbäder werden bei rheumatischen Erkrankungen, chronischen Ekzemen, Psoriasis, Neurodermitis und seborrhoischer Dermatitis angewendet.

Radon wird zur Behandlung von Morbus Bechterew und rheumatischer Arthritis

verwendet. Die Wirkung ist analgetisch und antiphlogistisch.

Kohlendioxid gilt als klassisches Kreislaufpharmakom und gehört zu den wenigen allgemein anerkannten Balnotherapeutika.

 

b) natürliche ortsgebundene Heilgase

Aus tieferen Erdschichten stammen die eingesetzten Heilgase Kohlenstoffdioxid, Radon und Schwefelwasserstoff.

c) natürliche Peloide

Peloide sind organische oder anorganische feinkörnige Gemische. Die Anwendung erfolgt in Schlammbädern oder –packungen.

 

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