
Als Heilklimatischer Kurorte werden Kurorte bezeichnet, deren Klima therapeutisch wirksam ist (Heilklima: Reizklima oder Schonklima).
Während das Bioklima die Gesamtheit aller atmosphärischen Einflussgrößen auf den menschlichen Organismus beomhaltet, schließt das Heilklima im Idealfall alle belastenden Faktoren aus. Im Heilklima ist die Belastung durch Wärme unbedeutend, die Luft ist weitgehend rein und das Strahlungsangebot ausreichend. Heilklima ist aber noch mehr: Als therapeutisch wirksames und anwendbares Klima besitzt es eine stimulierende Wirkung durch Reize, die bei dosierter Anwendung Anpassungsreaktionen im Organismus auslösen. Den Kältereizen und der UV-Strahlung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.
In Österreich sind vor allem in den Mittelgebirgen heilklimatische Bedingungen anzutreffen.
Das Bioklima lässt sich anhand folgender Wirkfaktoren unterscheiden:
Belastungsfaktoren:
Schonfaktoren:
Reizfaktoren:
Diese Faktoren weisen ortstypische Ausprägungen auf, woraus sich die Eignung des Klimas beispielsweise für die Erholung oder für klimatherapeutische Anwendungen ergibt.
Klimatherapie ist ein Naturheilverfahren, das die Heilfaktoren des Klimas zur Behandlung von Krankheiten, bei der Rekonvaleszenz sowie zur Prävention einsetzt. Es zielt in erster Linie auf eine Beteiligung körpereigener Leistungen, indem durch eine Veränderung der Exposition gegenüber den äußeren atmosphärischen Bedingungen Adaptationsvorgänge ausgelöst werden. Während jede Form der Kurorttherapie, die in dem lokal herrschenden Klima stattfindet, an dessen positiven Effekten partizipiert, ist die Anwendung von Klimareizen dann aber besonders wirksam, wenn sie gezielt und dosiert eingesetzt wird.
Das wichtigste Element der Klimatherapie stellt die Adaptation an die vielfältigen und sich ständig ändernden natürlichen Umweltfaktoren dar. Diese Adaptation wird vermittelt über ein Training der körpereigenen Reaktionsmechanismen infolge der vermehrten und wechselnden Aufnahme natürlicher Reize (z. B. Kälteadaptation). Ein weiteres wesentliches Element der Klimatherapie ist die Ausschaltung von belastenden oder schädigenden atmosphärischen Bedingungen (z. B. Wärmebelastung), die durch einen Wechsel des Kranken in eine Region mit heilklimatischem Charakter erreicht werden kann.
Um die natürlichen Klimareize als positiven Wirkfaktor nutzbar zu machen, ist eine sich an der Belastbarkeit des Patienten orientierenden Dosierung erforderlich.
Dabei ist zu beachten, dass die meteorologischen Elemente nicht einzeln, sondern als Akkord auf den Menschen wirken. In der Klimatherapie benutzt man die Faktoren mit der biologisch stärksten Reizwirkung maßgebendes Dosierungskriterium. So sind z. B. bei Terrainkuren die Bedingungen der Wärmeabgabe des Menschen, hauptsächlich in Form von Temperatur-, Strahlungs- und Windverhältnissen, eine entscheidende Dosierungsgröße.
Wichtige klimatherapeutische Verfahren sind die Terrainkur und die Heliotherapie. Seltener finden die Frischluft-Liegekur und das Luftbad Anwendung:
Therapeutische Wirkungen der wichtigsten Klimabereiche:
Orte mit Heilklima in Österreich:
Heilstollen
Heilstollen weisen ein sich von der Umwelt unterscheidendes Klima auf, das im Sinne einer Reiztherapie eingesetzt wird. Hauptfaktoren: Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Strahlung (z.B. Radon in Bad Gastein).
Orte mit Heilstollen in Österreich:
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