Haydn Jahr 2009 Österreich

 

 

2009: Ein Jahr für Joseph Haydn

 

Die Musik des Meisters erleben, wo sie entstanden ist

„Der unvergessliche Tonkünstler Joseph Haydn ist nicht mehr“, titelte die Wiener Zeitung in ihrer Ausgabe vom 7. Juni 1809, wenige Tage nach dem Ableben des Komponisten in Wien Gumpendorf. Sein 200. Todestag ist Anlass für ein bedeutendes Gedenkjahr sowie für ein reiches Programm von Konzerten, Opernaufführungen und Ausstellungen an den Lebenszentren des Meisters.

Joseph Haydn, am 31. März 1732 im niederösterreichischen Rohrau geboren, sang als Chorknabe im Wiener Stephansdom, wirkte über 30 Jahre im Schloss Esterházy in Eisenstadt als Kapellmeister der ungarischen Fürstenfamilie, zählte zu den Stammgästen des Esterházy-Hauses in Sopron (Ödenburg), erhielt in Oxford die Ehrendoktorwürde verliehen und verbrachte seine letzten neunzehn Lebensjahre in Wien, wo er am 31. Mai 1809 starb.

Der „Vater“ der klassischen Sinfonie und des Streichquartetts hinterließ mehr als 1.200 Werke u.a. 107 Sinfonien, 14 Messen, Oratorien, Solokonzerte, Kammermusik, Klaviermusik, Vokalwerke u.v.m.


Burgenland

 

Das Burgenland feiert den weltbekannten Komponisten 2009 mit einem großen Veranstaltungsreigen: Den Anfang macht Nikolaus Harnoncourt, der mit dem Concentus Musicus am 31. März (Haydns Geburtstag) auf Schloss Esterházy gleich vier Sinfonien aus allen wesentlichen Schaffensphasen des Meisters dirigieren wird. Vom 4. bis 5. April mutiert ganz Eisenstadt zur Bühne für ein barockes Eröffnungsfest. Im Mittelpunkt von zahlreichen Konzerten des Festivals „Haydn Sakral“ steht die geistliche Musik von Joseph Haydn (9.4.13.4). Im Frühjahr wird im Schloss Esterházy ein kammermusikalischer Marathon unter dem Titel „TRIOthlon“ bewältigt – inklusive der Uraufführung von 18 Haydn gewidmeten Klaviertrios zeitgenössischer Komponisten (30.4.-3.5.). Weitere Fixtermine im Jubiläumsprogramm: u.a. die Haydn „Gedächtnis“-Tage im Haydnsaal auf Schloss Esterházy (29.5.-31.5.), die „Internationalen Haydntage“ (9.9-27.9.), bei denen alle Londoner und Pariser Sinfonien interpretiert werden sowie 12 Haydn-Messen, die übers Jahr verteilt in allen Eisenstädter Kirchen zu hören sein werden. Doch das ist noch lange nicht alles punkto Musik: Die Schloss-Spiele Kobersdorf präsentieren mit „Der Kopf des Joseph Haydn“ ein musikalisches Intrigenspiel, das die Persönlichkeit des Musikers amüsant, aber historisch stimmig zeigt (9.7.-2.8.). Am Spielplan des Musiksommers „J:opera“ in Jennersdorf steht im August 2009 die Haydn-Oper „Die Welt auf dem Mond“. Gleich mehrere Ausstellungen (1.4.-11.11.) werden Interessierten alle Facetten des „Phänomens Haydn“ näher bringen. Der erste Teil der Ausstellung prachtliebendlädt ins Schloss Esterházy zu einem Blick hinter die Kulissen der höfischen Musikkultur. Der Ausstellungsteil bürgerlich stellt im Haydn-Haus Eisenstadt Zeugnisse von Haydns privatemLeben und Schaffen vor. Der nächste Teil der Ausstellung gottbefohlen im Diözesanmuseum widmet sich Haydns Kirchenmusik und zeigt, wie es Haydn gelang, der Eisenstädter Kirchenmusik eine europäische Dimension zu geben. Das Landesmuseum Burgenland thematisiert Haydn als Wanderer zwischen Kulturen und analysiert jenen Einfluss, den die Volksmusik der verschiedenen Ethnien der Eisenstädter Umgebung auf das Werk Joseph Haydns nahm. Themen-und Stadtführungen durch Eisenstadt runden das Programm ab. Und zur Ehre des großen österreichischen Musikers gibt es im Rahmen der Internationalen Orchideenausstellung in der Orangerie im Schlosspark Eisenstadt eine Orchideentaufe der Neuzüchtung „Joseph Haydn“ (13.-22.2.).

 

Wien

 

Speziell zum Jubiläumsjahr würdigt Wien den Musiker Haydn mit insgesamt 1.500 Veranstaltungen. Zum Jahresauftakt ist in der Nationalbibliothek der Autograph von Haydns Kaiserhymne „Gott erhalte“ zu sehen (bis 1. Februar). Nicht weniger als 45 Haydn-Konzerte gehen im Musikverein gleich in der ersten Jahreshälfte über die Bühne: u.a. mit namhaften Orchestern wie der Academy of St. Martin in the Fields unter der Leitung von Sir Neville Marriner (14.1.-15.1.), dem Concentus Musicus Wien mit Nikolaus Harnoncourt (Haydn Paukenmesse und die konzertante Opernaufführung „L'isola disabitata“ (14.3.-15.3. bzw. 6.6.-7.6). Zum Auftakt des Festivals Osterklang (4.4.) gibt es Haydns Oratorium „Siebenletzte Worte“ unter Riccardo Muti mit den Wiener Philharmonikern. „Crossing Haydn“ lautet das Motto im Gläsernen Saal des Musikvereins: An sechs Abenden von Jänner bis Juni wird Haydn nicht nur gespielt, sondern auch erzählt, getanzt und verfilmt. Auch das Wiener Konzerthaus kann mit zahlreichen Haydn-Konzerten etwa mit der Glocken- und Paukenschlag-Sinfonie mit den Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt (9.5.-10.5.) sowie dem Oratorium „Il Ritorno di Tobia” mit der Österreichisch- Ungarischen Haydnphilharmonie unter der Leitung des bekannten Haydn-Interpretens Adam Fischer aufwarten (24.5.). Und im Theater an der Wien erklingen mehrere Opern des Komponisten. „Haydnklang“ erfüllt am 15. und 27. Mai das Belvedere und Barockes im Original ist am 6. Juni bei der Konzertnacht „Haydn am Clavier“ in der Sammlung alter Musikinstrumente zu erleben. In der Augustinerkirche sind sämtliche Haydn-Messen und in der Michaelerkirche alle Streichquartette zu hören. Die Wiener Sängerknaben gestalten Haydn-Messen in der Hofburgkapelle und in der Barockbasilika Maria Treu, wo Haydn einst Orgel spielte, sind 25 Haydn-Abende geplant. Den würdigen musikalischen Abschluss des Haydn-Jahres bildet die Oper „Il mondo della luna“ unter Harnoncourt, in der Inszenierung von Tobias Moretti (7.12.) im Theater an der Wien. Neben musikalischen Darbietungen bestimmen Festivals und Ausstellungen das Haydn-Jahr in Wien: Die Wiedereröffnung des Wiener Haydnhaus, der einstigen Wohnstätte des Komponisten in Wien, ist für den 29. Jänner angesetzt, auch der prächtige kleine Garten im Innenhof des Hauses wird wie zu Haydns Lebzeiten rekonstruiert. Zum 200. Todestag des Musikers soll es ebendort ein dreitägiges „Fest für Haydn“ geben. Zwei hochkarätige Ausstellungen im Musikverein sind ein Muss für alle Musikliebhaber: „Joseph Haydn in London“ (20.3.-20.6.) und „Joseph Haydn. Fürsten, Mäzene und Auftraggeber“ (29.10.19.12.). Im Mozarthaus beleuchtet u. a. die Ausstellung „Haydn -Hasse -Mozart“ die Beziehungen zwischen den beiden Musikern (19.5.-20.9.). In Wiens Klangmuseum, dem Haus der Musik, ist dem Komponisten permanent ein eigener Raum gewidmet. Zusätzlich gehen die Ausstellung „Haydn und die Wiener Klassik. Kammermusik und Konversation“ (12.2.-27.12.) und eine Haydn-Sonderausstellung im Innenhof (12.2-30.9.) über die Bühne. Bei geführten Stadtspaziergängen wandern Musikfans jeden Samstag und Sonntag vormittag auf den Spuren von Joseph Haydn.

 

Niederösterreich

 

Natürlich steht der „berühmte Sohn“ Niederösterreichs im Mittelpunkt eines prall gefüllten Eventkalenders: Zu Joseph Haydns Geburtstag am 31. März erklingt im Festspielhaus St.Pölten das Oratorium „Die Jahreszeiten“. Am 5. April wird hier im Rahmen des alljährlichen Osterkonzertes das Oratorium „Die Schöpfung“ aufgeführt. Haydn und Harrach geben der Marktgemeinde Rohrau historische Bedeutung. Das Schloss der Familie Harrach mit seiner bedeutenden privaten Gemäldesammlung, das Haydn- Geburtshaus und die Pfarrkirche zählen zu den Schauplätzen der „6. Haydn-Tage Schloss Rohrau", hier stehen kompositorische Raritäten des Meisters auf dem Programm (26.6.28.6). In Haydns Geburtshaus in Rohrau, einem strohbedeckten Bauernhaus, werden zahlreiche Exponate, die das Leben und die Bedeutung des Komponisten dokumentieren, sowie das Geburtszimmer und die Wohnstube mit Original-Bauernmöbeln der Öffentlichkeit zugänglich. Joseph Haydn darf natürlich auch beim Musiksommer Grafenegg nicht fehlen. So wird am 25. Juli seine Sinfonie Nr. 94 „London“, D-Dur aufgeführt. Beim Musik Festival Grafenegg am 27. August ist das auf historischen Instrumenten spielende Orchestra of the Age of Enlightenment unter Sir Roger Norrington zu Gast. Das Publikum darf sich jedenfalls auf Joseph Haydns Sinfonie Nr. 49 La Passione, f-moll freuen. Die Ausstellung „Phänomen Haydn – Entwicklungsjahre eines Genius“ beschäftigt sich vom 1. Juni bis 30. Dezember in der Kulturfabrik Hainburg mit der Jugend des Musikers von 1732 bis ca. 1750. Die Kulturfabrik Hainburg mutiert am 31. Mai 2009 zum großen Konzertsaal, wenn Roland Batik in Begleitung des Kammerorchesters „academia allegro vivo“ Haydns Klavierkonzerte spielen wird. Haydns Werk steht auch im Zentrum der Internationalen Barocktage Stift Melk, so wird in der Stadtpfarrkirche Melk der Meister bei einem Kammerkonzert mit dem Ensemble „Ricreation d’Arcadia“ am 31. Mai gewürdigt. Das Konzerthaus Weinviertel in Ziersdorf, dessen Jugendstilsaal einst als der schönste Ballsaal zwischen Wien und Prag galt und heute wieder im vollen Glanz erstrahlt, widmet Joseph Haydn einige Veranstaltungen. Am 29. Mai wird die Academia Allegro Vivo im musikalischen Wettstreit mit dem Wiener Pianisten Roland Batik die drei berühmtesten Klavierkonzerte Joseph Haydns interpretieren. Details über den Mensch Joseph Haydn, die Instrumente der damaligen Zeit und vieles mehr erfahren Kinder in einem moderierten Konzert am 29. Mai. Schloss Weinzierl bei Wieselburg ist als Entstehungsort der ersten Streichquartette des Meisters in die Musikgeschichte eingegangen. 2009 wird diese Gedenkstätte und seine engste Umgebung vom 29. Mai bis zum 1. Juni die erste Ausgabe des Musikfestes Schloss Weinzierl beherbergen. Und bei „Musica Sacra“, einem der renommiertesten Kirchenmusikfestivals, wird in den Stiftskirchen Lilienfeld, Herzogenburg und in der Domkirche St. Pölten Haydns sakrale Musik aufgeführt (12.9.).

 

Sopron

 

Von Ostern bis Dezember erinnert die Stadt Sopron (Ödenburg) mit einer Konzertreihe an seinen berühmten Stammgast Joseph Haydn: Am Karfreitag (10. April) erklingen in der St.Georgen- Kirche Haydns „Die sieben letzten Worte“. In der St.-Michaelis-Kirche wird am 31. Mai Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ zu hören sein. Am 25. Juni sowie am 2., 9. und 16. Juli gibt es im Esterházy-Palais Haydn-Konzerte mit Musikern in Gewändern aus der damaligen Zeit. Am 19. August präsentiert sich das Steinbruchtheater als Aufführungsort von Haydns Sinfonie Nr. 88, G-Dur, und am 14. Dezember rundet die „Harmoniemesse“ das musikalische Programm des Haydn-Jahres in Sopron ab.

 

Haydn 2009 im Web

 

www.haydn2009.net

www.wien.info/haydn-jahr-2009

www.niederoesterreich.at/haydn

www.burgenland.info

 

Joseph Haydn
Joseph Haydn 1791