Die alte Donau im oberen Teil
Die alte Donau im oberen Teil

 

 

Alte Donau

Die Alte Donau in Wien ist ein Altarm des Donauflusses und mit diesem nicht mehr direkt verbunden sondern durch einen Damm getrennt. Sie erstreckt sich in mehreren Teilen von der Floridsdorfer Brücke bis zur Praterbrücke. 

Im frühen 18. Jahrhundert wurde die heutige Alte Donau nach mehreren verheerenden Überschwemmungen zum Hauptarm der Donau (auch als Floridsdorfer Arm bezeichnet). Im Zuge der als Hochwasserschutz projektierten Donauregulierung (1870-75) wurde die Alte Donau vom neu gegrabenen heutigen Hauptstrom abgetrennt, sie ist seitdem ein Binnengewässer mit einer Fläche von ca. 1,6 km² und einer mittleren Tiefe von 2,5 Metern (maximale Tiefe: 6,8 Meter). 

Heute ist die Alte Donau ein wichtiges und begehrtes stadtnahes Freizeit- und Badeareal. Mehrere öffentliche Strandbäder sind an den Ufern zu finden, unter anderem auch das Gänsehäufel. Die Alte Donau ist als Segelrevier für Anfänger gut geeignet, allerdings können durch die umliegenden Hochhäuser (z.B. UNO-City) teilweise tückische Winde auftreten. Im südlichen Teil der alten Donau findet sich das Gänsehäufel:

Das Gänsehäufel 

Das Gänsehäufel ist eine bewaldete Sandinsel im 22. Wiener Gemeindebezirk Donaustadt, die nach der Donauregulierung (1870-1875) durch den Wiener Florian Berndl entdeckt wurde. Der Name weist auf die ehemaligen „Haufen“ (angeschwemmte Inseln) hin, die vor allem der Gänsezucht gedient haben sollen. 

1900 pachtete er einen Teil der Insel, um dort eine Edelweidenkultur einzurichten. Tatsächlich aber hatte der Naturist Berndl badefreudigen Wienern naturbezogene Körperkultur nähergebracht, und erfolgreich, ließ sich aber durch die Beamten der Stadt Wien in nichts dreinreden, dass die Gemeinde Wien sieben Jahre später das Areal und den Badebetrieb übernahm. Er pachtete in weiser Voraussicht auch vis a vis ein Grundstück am Donauufer. Inspiriert vom Sandstrand nannte er es "Brasilien in Wien" und die spätere Kleingartensiedlung "Neu Brasilien". Das erste Schutzhaus betrieb er noch mit zwei Bänken und einer minimalen Holzhütte. Bis heute ist an dem Platz das Gasthaus "Neu Brasilien". 

In den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges wurde das Bad durch Bombenangriffe komplett zerstört. 1948 begann die Stadt mit dem Wiederaufbau nach Plänen von Max Fellerer und Eugen Wörle. 

Glücklicherweise wurden die Anlagen auf dem Gänsehäufel trotz baufälligen Zustandes nicht abgerissen. Die erhaltenswerte Architektur wurde im Laufe der letzten Jahre renoviert, heute können bis zu 30.000 Menschen täglich dieses Bad besuchen. 

Das Bad verfügt über einen großen, abgesperrten FKK-Bereich, einen 2 km langen Badestrand und zahlreiche Sport- und Freizeiteinrichtungen, wie z.B. Wellenbecken, Sport- und Kleinkinderbecken mit vorgewärmtem Wasser, Wasserspielgarten, Wasserrutsche, Eltern-Kind-Bereich, Spielplätze, einen Beachvolleyball-Platz und seit Mai 2007 einen Hochseilklettergarten. 

Im Gänsehäufel entstand eine eigene „Subkultur“: Wiener Dauer-Kabinenmieter können dort in einer „Kabinenstadt“ ihren Urlaub verbringen, in Wien unter dem Begriff „Kabanenbesitzer“ bekannt.

 

Badegäste im Gänsehäufel
Historische Badegäste im Gänsehäufel
Der Gründer des Gänsehäufel Florian Berndl
Der Gründer des Gänsehäufel Florian Berndl

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flickr-Bilder Alte Donau

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